Website fürs Kosmetikstudio erstellen: Was die erste Seite wirklich braucht
Ein Leitfaden für Studio-Inhaberinnen vor der ersten Website: welche Inhalte und Pflichtangaben dazugehören, wie Kundinnen online buchen und wann Baukasten, WordPress oder eine individuelle Seite passt.Sie eröffnen ein Kosmetikstudio oder haben bisher nur ein Instagram-Profil und brauchen jetzt eine eigene Website. Dieser Leitfaden zeigt, was auf die erste Seite gehört, welche Angaben Pflicht sind und welcher Weg zu Ihrem Studio passt. Er basiert auf der Website, die ich für das Kosmetikstudio La Femme in Oldenburg gebaut habe und betreue.
Was eine Studio-Website leisten muss
Eine Kundin, die Ihre Seite öffnet, will meistens drei Dinge wissen: Bietet das Studio die Behandlung an, die ich suche? Was kostet sie? Wann bekomme ich einen Termin? Alles andere ist zweitrangig. Daraus ergeben sich die Inhalte, die jede Studio-Website braucht:
- Eine Übersicht Ihrer Behandlungen mit Dauer und Preis, am besten mit einer eigenen Seite pro Behandlung.
- Einen Weg zum Termin, der von jeder Seite aus mit einem Klick erreichbar ist.
- Adresse, Öffnungszeiten, Anfahrt und Telefonnummer.
- Sie selbst und Ihr Studio: Fotos vom Raum, Ihre Ausbildung, mit welchen Marken Sie arbeiten.
- Bewertungen echter Kundinnen, zum Beispiel aus Ihrem Google-Profil.
- Impressum und Datenschutzerklärung, dazu gleich mehr.
Fast alle Besucherinnen kommen über das Smartphone, meist direkt aus der Google-Suche oder von Instagram. Planen Sie die Seite deshalb zuerst fürs Handy: große Schrift, kurze Wege, der Termin-Button immer sichtbar.
Pflichtangaben: Impressum, Datenschutz, Einwilligungen
Eine geschäftliche Website in Deutschland braucht einige Angaben. Das ist kein Hexenwerk, sollte aber von Anfang an stimmen, weil fehlende Angaben abgemahnt werden können.
- Impressum nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG): Name, Anschrift, Kontakt, bei Bedarf Umsatzsteuer-ID und Berufsangaben.
- Datenschutzerklärung nach Art. 13 DSGVO: welche Daten die Seite verarbeitet, etwa beim Buchungstool, bei eingebetteten Karten oder Kontaktformularen.
- Einwilligung vor nicht notwendigen Diensten nach § 25 TDDDG: Google Maps, Instagram-Feeds oder Analyse-Tools dürfen erst nach Zustimmung laden. Bei La Femme lädt die Karte deshalb erst nach einem Klick.
Rechtsberatung ersetzt dieser Abschnitt nicht. Für Impressum und Datenschutzerklärung gibt es seriöse Generatoren; bei Gesundheitsdaten lohnt sich ein kurzer Blick einer Fachperson.
Online-Buchung: drei Wege
Der wichtigste Knopf auf Ihrer Seite ist „Termin buchen“. Dafür gibt es drei grundsätzlich verschiedene Lösungen:
Bei einem externen Tool lohnt ein Detail: Verlinken Sie nicht nur auf dessen Startseite, sondern direkt auf die jeweilige Behandlung. Bei La Femme springt eine Kundin von der Seite „Microneedling“ mit einem Klick in genau diese Behandlung im Buchungstool, statt dort noch einmal suchen zu müssen. Fragen Sie Ihren Anbieter, ob er solche Direktlinks unterstützt.
Gefunden werden in Ihrer Stadt
Die meisten Kundinnen suchen nach einer Behandlung und einer Stadt, etwa „Microneedling Oldenburg“. Damit Ihr Studio dort auftaucht, helfen vier Dinge:
1. Ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil
Es ist kostenlos und für lokale Suchen oft wichtiger als die Website selbst: richtige Adresse, Öffnungszeiten, Fotos, Link zur Website und regelmäßig neue Bewertungen.
2. Eine Seite pro Behandlung
Eine Seite „Unsere Leistungen“ mit zwanzig Stichpunkten wird für keine einzelne Behandlung gefunden. Eine eigene Seite pro Behandlung mit Ablauf, Dauer, Preis und häufigen Fragen schon. La Femme hat sieben solcher Seiten, für Gesichtsbehandlungen und Wimpern.
3. Strukturierte Daten
Mit unsichtbaren Zusatzangaben im Code (etwa BeautySalon nach schema.org) versteht Google Adresse, Öffnungszeiten und Bewertungen Ihres Studios direkt. Baukästen setzen das oft nur teilweise; bei einer individuellen Seite gehört es dazu.
4. Eine schnelle Seite
Google bewertet, wie schnell Seiten auf dem Smartphone laden. Große, unkomprimierte Fotos und viele eingebundene Zusatzdienste sind die häufigsten Bremsen, egal mit welchem System.
Baukasten, WordPress oder individuell?
Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Entscheidend ist, wie viel Zeit Sie selbst investieren wollen und was die Seite für Ihr Studio leisten soll.
Mein ehrlicher Rat: Wenn Sie gerade erst starten, noch kein Budget haben und nicht wissen, wie sich das Studio entwickelt, ist ein Baukasten ein vernünftiger erster Schritt. Achten Sie dann nur darauf, dass Domain und Inhalte Ihnen gehören, damit Sie später umziehen können. Wenn Ihr Studio läuft und die Website neue Kundinnen bringen soll, lohnt sich eine Seite, die auf Ihre Behandlungen, Ihre Stadt und Ihr Buchungstool zugeschnitten ist.
Was Sie vorbereiten sollten
Egal, welchen Weg Sie wählen: Diese Dinge beschleunigen jedes Projekt und gehören Ihnen danach, auch wenn Sie später wechseln.
- Eine eigene Domain, auf Ihren Namen registriert.
- Eine Liste Ihrer Behandlungen mit Dauer, Preis und zwei, drei Sätzen zum Ablauf.
- Gute Fotos vom Studio und von Ihnen, im Hoch- und im Querformat.
- Logo, Farben und Schriften, falls vorhanden.
- Die Entscheidung für ein Buchungstool, oder zumindest die Frage, wie Kundinnen heute buchen.
- Ihr Google-Unternehmensprofil, falls es schon existiert.
So bin ich bei La Femme vorgegangen
La Femme in Oldenburg ist ein gutes Beispiel für eine Studio-Website, die wächst. Sie hat heute eine eigene Seite für jede Behandlung, eine Preisliste, Direktlinks in die Online-Buchung über Studiobookr, einen digitalen Anamnesebogen mit Unterschrift, Google-Bewertungen auf den Behandlungsseiten und eine Karte, die erst nach Zustimmung lädt. Ansehen können Sie das unter lafemmekosmetik.de.
Wenn Sie wissen möchten, was davon für Ihr Studio sinnvoll ist und was es kostet, finden Sie die Pakete auf meiner Seite für Kosmetikstudios. Ein Erstgespräch von 30 Minuten ist kostenfrei. Ich sage Ihnen dort auch ehrlich, wenn für Ihren Start ein Baukasten reicht.